RSS

Wassermangel in Mexiko`s Hauptstadt

Donnerstag, 28. Mai 2009

Die Welt, Interessantes

commons.wikimedia.org / hajor

Einst erstreckte sich ein großer See in der Talsohle in der sich heute Mexiko City gen Himmel ragt. Heute gelingt es der südamerikanische Megametropole oftmals mit Meldungen über Smogalarm und Luftverpestung hiesige Klimaschützer zu schockieren. So ist auch der Anlass für diesen Artikel umweltbedingt.

Eine Stadt in diesem Außmaß hat Durst, Hygienebedürfnisse, viel Wäsche und ironischerweise viele teure Autos zu waschen. So ergibt sich mit einem täglicher Wasserverbrauch pro Person von durchschnittlich 280 Litern (insgesamt 6,1 Milliarden Liter täglich) ein Wert, der Mexiko City schon bald zum Verhängniss werden könnte (zum Vergleich: Der Durchschnitts-Berliner hat einen täglichen Wasserverbrauch von 111 Litern)

In den Vorstädten herrscht inzwischen seit Jahren ein steigender Wassermangel, unter dem fast ausschließlich die sozialschwachen Bevölkerungsschichten zu leiden hat. Denn wo in manchen Viertel der Butler frisches Wasser zur tagtäglichen Wäsche der Luxuskarosse verwendet, ist in ärmlichen Gebieten das Trinkwasser total versiegt so dass Menschen für Ihren täglichen Bedarf weite Strecken auf sich nehmen müssen.

Inzwischen ist der Wassermangel derart verbreitet, das der Landwirtschaft im Umkreis der Metropole die Wasser- und somit die Lebensgrundlage entzogen wurde. Die Landwirte in diesen Gebieten haben allerdings noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen - Mexiko City`s Abwasser. Denn wo viel Wasser verbraucht wird, entsteht auch viel Abwasser.

So ergibt sich eine skurile Situation, in der die Stadt aufgrund der enormen Wasserverschwendung der Reichen darum bemüht ist Wasser aus den ärmlichen umliegenden Gebieten zu pumpen und, wenn dieses dann verbraucht wurde, das ungeklärte, verdreckte Abwasser wieder zu denen zu pumpen die unter dem Mangel an Trinkwasser leiden. Der Kreis schließt sich dann, wenn Bauern mit diesem Dreckwasser ihre Felder bewässern und ihre Waren auf den Märkten der Stadt an den Mann bringen.

Aber die Trockenheit hat nicht nur direkte Folgen für die Menschen, sondern führt zu einer ganzen Reihe an Folgeschäden in der Bausubstanz. Im Zeitraum von 1891 bis 1970 senkte sich der Stadtkern um insgesamt 8,5 Meter was Risse in Fahrbahnen und Häusern, absackende Straßen und täglich durchschnittlich 360 Rohrbrüche im Kanalisationssystem zur Folge hat.

Alleine dadurch versickern fast 40 Prozent des kostbaren Wassers ungenutzt im Boden. In den letzten Jahren wurde das Wasser der Stadt aus dem 150km entfernten Stausee “Welle del Bravo” gefördert, was nur durch ein gigantisches Rohleitungssystem durch die umliegenden Berge möglich ist.

FOTO: commons.wikimedia.org/hajor

Schlagwörter: , , , ,

Artikel bei Mr. Wong bookmarken Artikel bei Webnews bookmarken Artikel bei Icio bookmarken Artikel bei Folkd bookmarken Artikel bei Yigg bookmarken Artikel bei Digg bookmarken Artikel bei Del.icio.us bookmarken Artikel bei Yahoo bookmarken Artikel bei Google bookmarken Artikel bei Technorati bookmarken

Antworte auf den Beitrag:
"Wassermangel in Mexiko`s Hauptstadt"

CAPTCHA image

Städte der Welt. Der Blog der um die Welt geht. Interessante Informationen aus den Metropolen Deutschlands, Europas und der restlichen Welt.

Letzte Kommentare

  • Nils Lugk: Ich war außer in Riga & dublin in allen aufgeführten Stadten und gehe davon aus das...
  • bryan: Liebe Freunde, diese angeblich represaentativen Umfragen sind meiner Meinung nach nicht so ganz...
  • Marius: Den Hamburger Hafen muss man sich einfach mal selbst anschauen. Klar die Fotos geben schon...
  • Matt: Der Hafen ist wirklich das absolute Herz der Stadt und war es meiner Meinung nach schon immer. Es...
  • Daniel: Diese Tabelle ist nicht mehr ganz richtig, weil die Stadt mit der höchsten Lebensqualität seit...

Letzte Trackbacks