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Alberobello - Die Hauptstadt der “Trullis”

Montag, 8. Februar 2010

Italien, Städte

Einige Zeit ist er her, unser letzter Beitrag. Er handelte von der Hauptstadt Bayerns, München. Eine Hauptstadt der etwas anderen Art ist Alberobello.
Sie liegt in Apulien, im Südosten Italiens und ist eine absolute Sehenswürdigkeit. Der Name der Stadt, der im Übrigen “Der hübsche Baum” bedeutet, ist auf die großen Eichenwälder zurückzuführen, die einst in der gesamten Region sehr verbreitet waren.

Alberobello ist einmalig und gehört zum UNESCO Kulturerbe. Der Ort ist mit seinen ca. 11000 Einwohnern relativ klein, doch das Stadtbild, geprägt von charakteristischen Trullis vermittelt einem unweigerlich, dass dies hier ein besonderes Örtchen ist.

In Alberobello gibt es über 1500 Stück dieser besagten, kegelförmigen Häuser.

Daher wird Alberobello auch die Hauptstadt der Trullis genannt. Woher die Trullis stammen, weiß keiner so genau. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Inspiration dafür aus dem Orient stammt, wo in einigen Orten des mittleren Ostens sehr ähnliche Häusertypen bewohnt werden. Die runden Häuser werden aus dem örtlichen Kalkstein (auch “chiancarelle” genannt) ohne Mörtel gebaut.

Die Steine werden in immer kleiner werdenden Zirkeln aufeinander gelegt, was den Häusern das kegelförmige Aussehen verleiht. Die Mauern werden mit Kalk getüncht, die Dächer werden von großen flachen Natursteinen bedeckt. In der Mitte ist ein Abzugsloch, und die Spitze des Daches ist oft mit einer Figur gekrönt, die ein religiöses, magisches oder   astrologisches Symbol darstellt.

Es stellt sich allerdings die Frage, warum die Vorliebe für diesen Häusertyp gerade in Apulien und nicht anderswo in Süditalien so ausgeprägt ist. Ein wichtiger Faktor ist vielleicht die Tatsache, dass in der großen Kalksteinhochebene, in der Locorotondo und Alberobello liegen, ein Mangel an Holz und Wasser herrscht. Deshalb war man Jahrhunderte lang dazu gezwungen, große Zisternen aus dem Kalk herauszuhauen, um Regenwasser aufzufangen und die übergebliebenen Steine konnten passenderweise zum Häuserbau verwendet werden.

Eine andere Überlieferung besagt, dass sich Girolamo II., Herzog von Acquaviva dafür verantwortlich zeichnet, der auf eine raffinierte Idee kam, um dem Kaiser kein Geld zahlen zu müssen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts war es auf kaiserliches Geheiß verboten, neue Siedlungen ohne Erlaubnis zu errichten. Diese Erlaubnis kostete Geld. Aber um Alberobello herum siedelten immer wieder mehr und mehr Menschen an. Girolamo verordnete, dass die zu errichtenden Häuser in der Bauweise der Trulli gebaut werden sollten. Dies tat er aus einem einfachen Grund: Sie waren ebenso schnell zu demontieren wie wieder aufzubauen.

Und wenn sich dann doch mal eine kaiserliche Kontrollkommission ankündigte, wurden die Dächer auseinandermontiert, um den Kontrollierenden glaubhaft zu machen, dass man diese unfertige Ansammlung von halben Häusern ja wohl nicht als neue Siedlung bezeichnen könne. Daraufhin wurde natürlich auch die Errichtungsgebühr des Kaisers hinfällig. Da dieses Procedere immer wieder von Erfolg gekrönt war, wurde die Anordnung erlassen, in Alberobello überhaupt keinen Mörtel zu verwenden, und so wurde diese Bauform zur Tradition.

Neue Trullis werden heutzutage nicht mehr errichtet, allerdings wird der Bestand der alten Häuser gepflegt. Im Jahre 2008 wurden weite Teile der Trulli Siedlung renoviert.  Allerdings kann man beobachten, wie die Form bei Neubauten imitiert wird.

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